Computergestütztes Auswählen von Embryos - kommen die Superbabys?

Neuntklässler der Bischöflichen Marienschule laden am 26.6.2017 um 15 Uhr alle Interessierten zum Junior Science Café in die Marienschule ein. Der Eintritt ist frei.

Gemeinsam mit Experten und Gästen diskutieren die Schülerinnen und Schüler über die Frage, welche Rolle in Zukunft der Computer bei der Auswahl von Embryos spielt, die durch künstliche Befruchtung erzeugt wurden.

Auslöser war der Biologie-Unterricht und ein Bericht über chinesische Wissenschaftler, die intensiv nach Intelligenz-Genen suchen und den werdenden Eltern dann denjenigen Embryo empfehlen möchten, der vermeintlich der klügste sein soll. Aber geht das überhaupt?

Zur Klärung dieser Frage stehen beim Junior Science Café verschiedene Experten im Mittelpunkt.

Bischöfliche Marienschule

Viersener Str. 209, 41063 Mönchengladbach

26. Juni 2017, 15:00

Public Domain Pictures : no title , CC 0

Thesen

1

Intelligenz kann vererbt werden.

2

Embryos werden getestet, wenn es Gene gibt, die unheilbare Krankheiten verursachen.

3

In Deutschland kann man die Embryos nicht so verändern, wie man es sich wünscht.

4

Die Züchtung einer neuen Pflanzensorte ist sehr aufwendig und dauert 6-10 Jahre.

5

Die Methoden der Pflanzenzüchtung auf den Menschen zu übertragen ist eher nicht möglich.

Wird Intelligenz vererbt und wenn ja kann man dann bald mit Hilfe von „Intelligenz-Genen“ die „Superbabys“ erschaffen? Was genau wird eigentlich vererbt? Und was ist heutzutage schon in der Pflanzenzüchtung möglich? Könnte man eine Erdbeere mit Schokoladengeschmack züchten? Über diese Fragen und mehr haben wir mit folgenden Experten diskutiert: Dr. Hiltrud Döhmen, Dr. Marc Rutten, Dr. Kathrin Hatz und Dr. Tinca Polderman. Kann Intelligenz überhaupt vererbt werden? In einem englischen Interview sagt Dr. Tinca Polderman von der Universität in Amsterdam, dass Intelligenz ein Stück weit vererbt werden kann, doch weiß man nicht genau wieviele und welche Gene letztendlich dafür verantwortlich sind. In diesem Thema ist die Forschung noch nicht weit genug, um klare Antworten geben zu können. Aber selbst wenn: Die bekannten DNA-Stellen tragen nur einen sehr kleinen Anteil zur Intelligenz bei. Dr. Hiltrud Döhmen, Ärztin des Kinderwunschzentrums, klärt mit uns die Fragen: Wie funktioniert künstliche Befruchtung? Wann sollte man Embryos auf bestimmte Eigenschaften testen? Haben die Eltern bestimmte Wünsche an ihr Kind? Wenn die Eltern zu Dr. Hiltrud Döhmen kommen, werden sie zunächst einmal untersucht. Durch verschiedene Untersuchungen wie z.B. einer genetischen Untersuchung kann man dann herausfinden, warum die Eltern kinderlos sind und ihnen schließlich helfen. Dr. Hiltrud Döhmen sagt, dass die Patienten keine Wünsche an ihr Kind haben. Diese Wünsche zu befolgen wäre in Deutschland auch gar nicht möglich. Durch eine Internetumfrage werden die Besucher gefragt, ab wann Embryos auf bestimmte Eigenschaften getestet werden sollten. Die Mehrheit stimmte der Aussage: „Embryos sollten untersucht werden, wenn es Gene gibt, die unheilbare Krankheiten verursachen“, zu. Auch Dr. Döhmen stimmt dem zu und sagt, dass Ärzte in diesem Fall eingreifen dürfen und man mit einer Therapie weiterhelfen kann. Zum Schluss erklärt sie noch, dass die Forschung sich sehr schnell weiterentwickelt und es in diesem Thema bald mehr Möglichkeiten geben wird. Dr. Marc Rutten und Dr. Kathrin Hatz klären mit uns, was heutzutage alles schon in der Pflanzenzüchtung möglich ist und wie es dort abläuft. Das Ziel in der Züchtung ist gute Eigenschaften zu kreieren, wie z.B., dass die Tomate sehr groß ist oder besonders rot ist. Die Dauer einer Züchtung beträgt 6-10 Jahre und ist damit sehr lang. Wenn man eine neue Sorte gezüchtet hat, dann muss diese erst einmal registriert werden. Um eine bestimmte Tomate zu züchten muss man viele Pflanzen kreuzen (nach der Mendelschen Regel), denn alle Gene werden durch Zufall vergeben. Zu der Frage, ob man eine schimmelresistente Tomate züchten kann sagt Dr. Kathrin Hatz, dass dies sehr schwierig ist, da es sich auf mehrere Gene bezieht. Die Ziele werden jedoch immer wieder erneuert und so könnte man theoretisch immer neue Arten züchten. Zu der Frage, ob man das auch auf den Menschen übertragen könnte erklären die Experten, dass auch das sehr schwierig ist. Es bräuchte viele Generationen und auch im späteren Leben ist es eher nicht möglich. Zusammenfassend kann man also sagen, dass es „Superbabys“ oder eine Erdbeere mit Schokoladengeschmack erst mal nicht geben wird. Aber trotzdem weiß man nie, wie weit die Forschung einmal kommen wird.

News

Junior Science Café Bischöfliche Marienschule

24. Juni 2017, 12:27

Wir beschäftigen uns mit der Frage, ob man Embryos mit Hilfe von Intelligenz-Genen so verändern kann, dass die Intelligenz der Babys steigt.

Experte

Dr. Hiltrud Döhmen

Kinderwunschzentrum Mönchengladbach

Wie funktioniert heutzutage künstliche Befruchtung? Die 9a will dazu Dr. Döhmen vom Kinderwunschzentrum Mönchengladbach befragen.

Experte

Dr. Marc Rutten

Bayer AG

Dr. Marc Rutten gibt Antworten, welche Rolle der Computer bei der Züchtung von Pflanzen gibt. Wichtiger Hinweis: Die Zucht von menschlichen Embryonen ist in der westlichen Welt verboten. Selbstverständlich ist Dr. Rutten mit allen Bayer-Projekten deshalb auch auf diesem Gebiet ausdrücklich nicht tätig, sondern in der modernen Pflanzenzucht aktiv. Hier ergibt sich die Frage, inwiefern Methoden und Kenntnisse übertragbar sind.

Experte

Dr. Kathrin Hatz

Bayer AG

Dr. Kathrin Hatz von der Bayer AG hat für die Pflanzenzucht Algorithmen entwickelt, mit denen Bayer in sehr viel kürzerer Zeit und sehr viel günstiger gewünschte Pflanzen, z.B. die „Anti-Matsch-Tomate“, erzeugen kann. Wichtiger Hinweis: Die Zucht von menschlichen Embryonen ist in der westlichen Welt verboten. Selbstverständlich ist Dr. Hatz mit allen Bayer-Projekten deshalb auch auf diesem Gebiet ausdrücklich nicht tätig, sondern in der modernen Pflanzenzucht aktiv. Hier ergibt sich die Frage, inwiefern Methoden und Kenntnisse übertragbar sind.

Experte

Dr. Tinca Polderman

Universität Amsterdam (Center for Neuroscience and Cognitive Research)

Dr. Tinca Polderman kommt von der Universität Amsterdam (Center for Neuroscience and Cognitive Research). Wir schalten sie aus Termingründen per Livestream ins Café. Das Interview wird auf Englisch geführt. Dr. Polderman wird Fragen zum Zusammenhang zwischen Intelligenz und der Vererbung beantworten. Lässt sich intelligenz vererben? Gibt es Gene für Intelligenz? Kann sich darauf testen lassen? Welchen Anteil an der eigenen Intelligenz tragen dann die Eltern?

Betreuer

Cornel van Bebber

AG

Junior Science Café Bischöfliche Marienschule

Schule

Bischöfliche Marienschule

Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen

Autoren

Klasse 9a - Team Kommunikation

Die Idee zum Junior Science Café ist im Biologie-Unterricht entstanden, wir haben uns also als Klasse damit beschäftigt, nicht als AG. Hier schreiben Mitglieder des Teams "Kommunikation".