100. Junior Science Café: Spannende Diskussionen zu KI und Robotik

Foto: Die Teams Projektleitung und Moderation des 100. Junior Science Cafés von Nicole Zerrer, CC BY

100 – eine starke Zahl. Klar, dass wir bei diesem außergewöhnlichen Junior Science Café live dabei sein wollten. Thema des 100. Junior Science Café war KI (künstliche Intelligenz) und Robotik. Als Experten konnten die Schüler Professor Harald Görl von der Universität der Bundeswehr München und Andreas Herz vom Chaos Computer Club gewinnen. Das Thema gewählt und diese tolle Veranstaltung organisiert hat das Projektseminar am Jakob-Fugger-Gymnasium in Augsburg unter der Betreuung ihres zuständigen Lehrers Jürgen Kraus.

Professionelle Organisation und eine volle Aula

Angelockt durch große, bunte Plakate und durch Einladungsschreiben, waren viele Besucher am Abend in die Aula gekommen. Etwas nervös, aber bestens vorbereitet eröffneten die Oberstufenschüler des Jakob-Fugger-Gymnasiums die Veranstaltung. Professionell in Team-Shirts, Sakko und mit sorgfältig bedruckten Redekärtchen in der Hand begrüßten die Schüler Gäste und Experten.

Schnell zeigte sich, dass es zu vielen Aspekten der künstlichen Intelligenz mehr als eine Meinung gibt. Während die einen darauf hinwiesen, dass Roboter unser Leben erleichtern können, sorgten sich andere darum, dass sie uns Arbeitsplätze wegnehmen oder bei technischen Fehlern ganz neue Gefahren bergen. Experten und Publikum diskutierten auch über ethische und rechtliche Fragen zu technischen Neuerungen.

Im Café wurde nicht nur über die digitale Gesellschaft gesprochen, die Schüler nutzen die Vorzüge digitaler Entwicklungen direkt für ihre Veranstaltung. Sie steuerten die Beleuchtung mittels Sprache und fragten mit digitalen Tools die Meinung des Publikums ab.

Eine inhaltliche Zusammenfassung der Diskussion kann in den nächsten Tagen auf der Webseite des Junior Science Cafés nachgelesen werden.

Die Arbeit der Schüler hat sich gelohnt

Über die Höhepunkte des Cafés sind sich die Schüler einige: Die spannende Diskussion, die mit dem Publikum, aber auch zwischen den Experten stattfand. „Ich fand es sehr spannend, dass die Meinungen die dieses Thema betreffen, sehr stark auseinander gehen“, sagt Michael Fried. Sein Kollege Etienne Rion freut sich, „dass es so gut geklappt hat, auch die Zuschauer in das Café einzubinden. Wir haben viele Fragen und Aussagen vom Publikum bekommen und diese dann gut integrieren können“, sagt er.

Etienne und Michael teilen sich die Rolle der Projektleitung. „Wir haben versucht, alle Deadlines einzuhalten, dadurch mussten wir Mitschülern auch mal sagen, dass sie ein bisschen schneller arbeiten sollen. Ich habe gelernt, dass man im Projektmanagement vor allem immer informiert sein muss“, sagt Etienne. Auch Michael hat einiges in seiner Rolle gelernt, zum Beispiel „Aufgaben richtig zu verteilen und Zeitpläne zu erstellen. Allgemein diese Koordinationsfähigkeit, da habe ich sehr dazu gelernt“, sagt er.

Steile Lernkurve beim zweiten Café

Es ist bereits das zweite Junior Science Café am Jakob-Fugger-Gymnasium und die Schüler, wie auch der zuständige Lehrer, sehen eine steile Lernkurve. „Ich glaube, wir sind jetzt erfahrener und haben aus unseren Fehlern gelernt. Zum Beispiel hatten wir letztes Mal kaum Publikum, was sich jetzt stark verändert hat“, sagt Etienne. „Wir konnten beim zweiten Café auf jeden Fall Fehler vermeiden, dadurch war es leichter zu handhaben“, ergänzt Michael. Diese Meinung kann Jürgen Kraus, Lehrer im Projektseminar, nur kopfnickend bestätigen: „Die Schüler sind viel professioneller geworden. Die Präsentation war besser, sie haben eine gute Einführung ins Thema gegeben und auch das Publikum rechtzeitig eingeladen.“

Der Erfolg motiviert: “Wir wollen auf jeden Fall weiterhin Junior Science Cafés hier an der Schule machen - vielleicht auch für die 9. und 10. Klassen“, sagt Jürgen Kraus. Auch die Schüler wollen dran bleiben, vor allem an der Thematik der digitalen Gesellschaft. „Ich gehe sowieso schon in Richtung Technik und möchte auch in diese Richtung studieren, jetzt nach dem Café bin ich mir sicher, dass ich genau das will“, sagt Etienne.

Auch die Experten haben ein interessantes Café erlebt. „Ich hätte nicht gedacht, dass bei den Publikumsumfragen so viel Vorsicht mitschwingt, das finde ich eigentlich ganz gut“, sagt Harald Görl. Andreas Herz vom Chaos Computer Club wird noch konkreter: Von der Anmerkung eines Schülers habe er gelernt, dass man die Dinge aus verschiedenen ethischen Perspektiven betrachten könne. Das sei auch für neue Technologien ein relevantes Thema. Ansonsten war es wirklich erstaunlich, mit welcher Professionalität die Schüler diese Veranstaltung organisiert haben. Der Nachwuchs, sowohl im wissenschaftlichen Bereich, wie auch im Bereich Moderation ist auf jeden Fall da.“

Es ist wichtig mit Jugendlichen über Wissenschaft zu sprechen

Beide Experten haben sich über die Einladung zum Café gefreut. Sie finden es wichtig, mit Jugendlichen über Wissenschaft zu sprechen und sie mit ihren Themen ernst zu nehmen. „Ich habe drei Aufgaben, das sind Lehre, Forschung und Wissenstransfer. Es freut mich aufzeigen zu können, wo es im Bereich Technik spannende Themen gibt und auch wo die Probleme sind, da können die Schüler ruhig früh einsteigen“, sagt Harald Görl. Herz sieht es ähnlich „Ich finde es immer toll, wenn Schüler sich engagieren und wissbegierig und neugierig sind. Daher bin ich heute gerne hier, auch um den Schülern zu zeigen, wenn ihr euch engagiert, sind Leute da, die euch was dazu sagen und euch  weiterbringen.“

In diesem Sinne freuen wir vom Junior Science Café Projektteam uns auf viele weitere spannende Café Veranstaltungen, mit guten Diskussionen, die Lust auf Wissenschaft und die digitale Gesellschaft machen.

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